Also ob Courtney Love, die Schnalle des viel zu früh verblichenen Kurt Cobain am Cover nicht schon für sich ein Grund wäre, ein Magazin NICHT durchzublättern! Was mich dann aber im Inneren des WIENER, einem österreichischen Magazin der Reichen und Schönen, der Jungen und Jung gebliebenen erwartete, ließ mir – mit Verlaub – meinen weiß-blau-orangen Bell-Helm hochgehen. In der Aprilausgabe des Magazins testete „unser Mann fürs Extreme“ (O-Ton Wiener) einen Hilfsmotor (!!) für Mountainbikes. Das Resümee des Test. Ich zitiere:

Der Hilfsmotor hält tatsächlich was er verspricht. Und: Er ermöglicht eine bessere Tourenplanung. Plötzlich sind schwierige Strecken möglich. Leistungsunterschiede können in der Gruppe schnell ausgeglichen werden.

Ja hallo! Hat da jamand nicht kapiert, worum es beim Mountainbiken geht, oder was??! Schmerzen, Schweiß, Verzweiflung und das elendes, zugleich aber unbeschreiblich schöne Gefühl, das einen überkommt, wenn man mit letzter Kraft und zehn Minuten hinter dem Trainingspartner den höchsten Punkt der Tour erreicht hat. Darum geht es. Und das nehme ich mir, darum bringe ich mich selbst, wenn ich mit meinem motorbetriebenen „Mountainbike“ die Hügel hochfahre. Also echt, das kapiere ich nicht. Ein Magazin das Lifestile, Fun und Action vermitteln möchte, stellt solche Warmduscher-Utensilien vor. Würg!!. Ich meine. Wer den Gipfel des Mount Everest oder einen der anderen Achttausender ohne künstlichen Sauerstoff nicht erreichen kann, soll keinen Schritt über das Basislager hinaus gehen. Wenn er es denn überhaupt erreicht. Wenn ich nicht kann, dann soll ich auch nicht. Jeder Mountainbiker mit gesunden Füßen und – hoffentlich gesundem Verstand – sollte also tunlichst die Finger von diesem Ding lassen. Wenn nicht, dann fahre ich ihn in Grund und Boden und lach ihn zur Strafe auch noch aus. Verdient hat er sichs!